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Geboren wurde ich 1952 in Innsbruck, zu Füßen des Karwendelgebirges. Seither liebe ich die Berge.
Ich komme aus einer Arbeiterfamilie und bin in einem Arbeiterviertel aufgewachsen. Mein Vater war aktiver Gewerkschafter, ich lernte von klein auf, Menschen am unteren Ende der gesellschaftlichen Stufenleiter zu respektieren. Seither bin ich davor gefeit, irgendjemanden, einschließlich meiner selbst, für „etwas Besseres“ zu halten.
Mit sechs lernte ich lesen, seither gehören Bücher zu meinen Grundnahrungsmitteln. Als ich acht Jahre alt war, dachte ich mir meine erste Kurzgeschichte aus, seither schreibe ich.
Mit zehn wurde ich Schülerin am Mädchengymnasium, lebte fortan in zwei grundverschiedenen Welten und lernte „für das Leben“ vor allem zweierlei: Dass es möglich ist, zwischen den Welten hin und her zu switchen. Und dass intellektuelle Kompetenz und Kreativität auch Frauensache sind.
Als ich 13 war, verschaffte mir das Radio den Zugang zu einer völlig neuen Welt: Der Rockmusik. Mit vierzehn gründete ich den Rolling-Stones-Fan-Club Innsbruck. Meine erste große Liebe hieß: Keith Richards. Mit Ferienjobs in der Eisdiele und im Kaufhaus verdiente ich mir das Geld für die Bravo und die Miniröcke, die ich allerdings nur außerhalb des Blickfelds meiner Mutter tragen konnte.
Als ich 15 war, forderten die amerikanischen Hippies: Turn on, tune in, drop out! Und dann fanden ein paar Innsbrucker Hippies heraus, wo es in München das beste Dope und die stärksten Trips gab. Von nun an ging´s - “bergab”, sagten die einen, für uns aber Up, Up and Away…Two Thousand Light Years from Home.
Als ich 16 war, gingen die Student/inn/en in Paris, Berlin und sogar in Innsbruck auf die Straße. Seither habe ich auch noch einen Hang zur außerparlamentarischen Opposition. Als ich 21 war, riefen wir in Wien die Frauenbewegung ins Leben. Seither bin ich unverbesserliche Feministin.
Aus Liebe zu Literatur und Kunst studierte ich (in Innsbruck und Wien) Germanistik und Kunstgeschichte, aus Neugier auch noch ein wenig Psychologie. Meine Doktorarbeit schrieb ich über „Rhetorik im Dritten Reich“. Das Studium finanzierte ich mir als Kellnerin in Szenekneipen, als Verkäuferin von Herren-Unterwäsche im Kaufhaus und von „Wunder-Kleiderbügeln“ vor dem Kaufhaus, als Fremdenführerin und Übersetzerin, mit Meinungsumfragen („Traue keiner Statistik, es sei denn du hast sie selbst gefälscht“) und Tipparbeiten. Nach dem Studium lernte ich beim ORF in Wien, Fernsehbeiträge zu drehen und Hörfunk-Features zu gestalten. 1979 zog ich nach Köln, arbeitete sechs Jahre lang als Redakteurin der Zeitschrift „Emma“ und machte mich schließlich Anfang 1987 als freie Autorin selbständig.
Ende 1987 wurde ich unter dem Verdacht der „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ (gemeint waren die „Revolutionären Zellen“) verhaftet, im Sommer 1989 wegen „Unterstützung einer terroristischen Vereinigung“ verurteilt. Im Frühjahr 1990 hob der Bundesgerichtshof das Urteil und den Terrorismus-Vorwurf auf, im Revisionsverfahren schließlich wurde ich wegen „Beihilfe zu einem Sprengstoffverbrechen“ verurteilt.
Die zweieinhalb Jahre Untersuchungshaft waren einerseits ziemlich anstrengend. Andererseits waren da auch meine Mitgefangenen: In den Gesprächen und der Freundschaft mit ihnen erfuhr ich mehr als je zuvor über das Leben, die Erfahrungen und Gefühle von Frauen und Mädchen, die nicht wie ich das Privileg hatten, liebevolle Eltern zu haben, auf eine gute Schule gehen zu dürfen und ein gesundes Maß an Selbstachtung entwickeln zu können.
Im Gefängnis schrieb ich mein erstes Buch über Frauen im Widerstand: „Sag nie du gehst den letzten Weg“. Es wurde seither ins Spanische, Türkische und Amerikanische übersetzt. Danach arbeitete ich viele Jahre lang über die Beteiligung jüdischer Frauen am Widerstand im deutsch-besetzten Europa, schrieb ein Buch darüber („Die Angst kam erst danach“) und zahlreiche Aufsätze, drehte zwei Dokumentarfilme („Mir zeynen do“ und „Sag keinem, wer du bist“) und kuratierte eine Ausstellung dazu (1994 im Jüdischen Museum Frankfurt am Main).
Seit 1999 bin ich (als überzeugte Feministin) glücklich verheiratet (ja, das geht auch…). Ich schreibe Sachbücher, Romane, Kurzgeschichten und Theaterstücke, Hörfunkbeiträge, Rezensionen und Artikel, mache Dokumentarfilme, halte Vorträge und Lesungen, lehre an Universitäten in Deutschland und Österreich, und, seit ein paar Jahren, auch Kreatives Schreiben. 2001 lernte ich meinen Lehrer Tenga Rinpoche kennen, seither versuche ich mit mehr oder weniger (und oft eher weniger…) Erfolg ein Dharma-gerechtes Leben zu führen.
Mit zunehmendem Alter führte mich mein Weg back to the roots: Armut, Drogen und Menschen, die aus dieser Gesellschaft ausgegrenzt werden, wurden zu einem wichtigen Schwerpunkt meiner Arbeit. Und auch zum Anstoß für das Thema, das mich in den letzten beiden Jahren zunehmend beschäftigte: Respekt. Herausgekommen ist dabei mein neues Sachbuch „Respekt – Anders miteinander umgehen“ (erschienen im März 2010 im Pattloch Verlag).
Was noch? Meine „Lieblingsredakteurin“ beim WDR –die ich all meine „schweren“ Themen machen kann – seufzt gelegentlich: “Schreib doch auch mal etwas Leichtes!“ Ich habe es mir zu Herzen genommen. Im März 2008 erschien mein erster Kriminalroman: „Tödliches Karma“ (Emons Verlag). Zurzeit schreibe ich den zweiten.
Fortsetzung folgt…